Share, , Google Plus, Pinterest,

Veröffentlicht in:

Yoga Stile: Ein kleiner Wegweiser durch den Yoga Dschungel

yoga-stile

Sich im Yoga-Dschungel zurechtzufinden ist gar nicht so einfach. Die Vielzahl der Yogastile welche sich aus den Ursprüngen des Yoga entwickelt haben, machen es einem gar nicht so leicht, den richtigen Stil für sich selbst zu finden. Ob als unbeweglicher Einsteiger oder erfahrener Schlangenmensch – für nahezu jeden Geschmack bieten die unterschiedlichen Stile einen passenden Schwerpunkt. Die wichtigsten Yoga Stile hier im Überblick.

Ursprünglich wurde im indischen Yoga nur ein Asana, der aufrechte Sitz mit gekreuzten Beinen,  gelehrt. Im weiteren Zeitverlauf entwickelte sich Yoga laufend weiter. Neue Körperhaltungen und vielfältigere Abläufe in Verbindung mit dem Atem sollten zu einer besseren Quelle des Wohlbefindens führen. Die Einteilung der Yogalehre in Stile hat sich erst in den letzten 20 Jahren entwickelt und ist ein westliches Phänomen. Allgemein lassen sich vier Hauptrichtungen des Yoga unterscheiden:

  • Karma Yoga ist der Weg des rechten und selbstlosen Handelns. Ohne Lob und Anerkennung, Gedanken an Erfolg oder Misserfolg strebt der Yogi die Selbstverwirklichung an.
  • Bhakti Yoga ist der Weg der Hingabe und der Verehrung von Gott. Der Bhakti Yogi findet seine Erfüllung durch tiefen Glauben und Gebet. Dazu benötigt er keine Rituale – er geht auf in der Liebe zu Gott.
  • Jnana Yoga ist der Übungsweg zur Erlangung von Erkenntnis bzw. Wissen. Auch hier liegt das Ziel in der Gottfindung, welches durch intensive Konzentration, Willenskraft und geistige Anstrengung versucht wird zu erreichen.
  • Raja Yoga ist die Wissenschaft geistiger und körperlicher Kontrolle. Patanjali hat Raja Yoga in seinen Yoga Sutren in 8 Stufen strukturiert. Zwei von diesen Stufen sind die Asanas (Körperübungen) und Pranayama (Atemübungen). Diese werden vor allen in den westlichen Yoga Stilen in den Mittelpunkt gestellt. Teile des Raja Yogas sind folgende Yoga Stile.

Hatha Yoga

Hatha Yoga ist ein rein körperbezogener Übungsweg. Etwa im 10. Jahrhundert tauchte erstmals der Begriff Hatha Yoga auf. Der Begriff Hatha setzt sich aus den beiden Silben „Ha“ (dt. Sonne) und „Tha“  (dt. Mond) zusammen. Damit gemeint ist die bewusste Einbeziehung der aktiven und passiven Energieaspekte der Menschen. Durch die Yoga Stellungen (Asanas) und Atemübungen (Pranayama) erfahren die Übenden, dass sie von Lebensenergie (Prana) durchströmt werden. Hatha Yoga zielt in erster Linie darauf ab, Blockaden zu lösen und Lebensenergie zum fließen zu bringen. Genau genommen sind alle Arten von Yoga, die Asanas beinhalten, Hatha-Stile.

Aus dem traditionellen Hatha Yoga entwickelten sich moderne, an die Bedürfnisse der Menschen angepasste Yoga Stile.

Anusara Yoga

Anusara wurde 1997 von John Friend gegründet und ist ein moderner, auf den weslichen Menschen angepasster Hatha Yoga Stil. Jede Stunde ist einem Thema gewidmet, das als Metapher in die Stunde eingbaut wird. Eine genaue Ausrichtung der Übungen verbunden mit einer lebensbejahenden Philosophie prägen diesen Yoga Stil.

Ashtanga-Vinyasa Yoga

Der Inder Sri Krishna Pattabhi Jois entwickelte diese sehr kraftvolle und dynamische Form des Hatha-Yoga. Man kann nahezu von einer athletischen Übungspraxis sprechen. Das wesentliche Merkmal des Ashtanga Vinyasa Yoga ist die Synchronisierung von Atem und Bewegung. Dabei werden fordernde, dynamische Reihen geübt, welche oft durch Sprünge miteinander verbunden werden. Geübt wird vor allem die erste Serie “Yoga Chikitsa”, welche körperliche Heilungsprozesse unterstützt. Den Teilnehmern wird hier auch die Ujjayi-Atmung (dt. Kehlkopfritzenatmung) gelehrt.

Viele Hatha-Yoga-Stile (alle „dynamischen“, „Power“, „Vinyasa“, „Flow“ etc. Stile) leiten sich aus Ashtanga Yoga ab.

Bikram-Yoga

Hier kommt man so richtig ins Schwitzen. Bikram Yoga ist eine Serie von 26 Übungen, welche bei  38 Grad und bis zu 40 % Luftfeuchtigkeit praktiziert werden. Die bis zu 90 Minuten langen Einheiten fordern sogar Profis. Die Hitze ermöglicht eine tiefe Dehnung, das Schwitzen entgiftet und lässt Kilos purzeln. Aber Vorsicht: Auch wenn durch die Wärme der Dehnungswiederstand geringer ist – nicht zu tief in die Stellung gehen.

Power Yoga

Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich bei diesem Yoga Stil um eine sehr kraftvolle und dynamische Variante von Yoga Übungen. Diese Yogaform ist vor allem in Fitnessstudios zu finden. Power Yoga strafft den Körper, bringt das Herz zum pumpen und stellt eindeutig die Asanas in den Vordergrund.

Iyengar Yoga

Diese Yoga Form geht auf den indischen Lehrmeister B.K.S. Iyengar (sprich: Aiyengar) zurück.  Es handelt sich um einen sehr kraftvollen, körperorientierten Yoga Stil, bei dem die exakte Ausführung der Übungen sehr wichtig ist. Dabei wird langsam geübt. Meist werden nur einige wenige Haltungen geübt und sogar auf die exakte Stellung der Zehen und Finger geachtet. Typisch ist der Einsatz von Hilfsmitteln wie Gurte und Klötze. Dadurch ist dieses Stil für alle Altersstufen geeignet.

Jivamutki Yoga

Die Künstler Sharon Gannon und David Life gründeten diese Yoga-Richtung 1984 in New York. Eine körperliche und geistige herausfordernde Praxis prägen Jivamutki Yoga: Asana-Sequencen zu Rock Musik, Lesungen zu spirituellen Themen, Atemübungen und Meditation stehen dabei an der Tagesordnung. Das Yama „Ahimsa“ (dt. Gewaltlosigkeit) ist eines der wichtigsten Prinzipien bei Jivamutki.

Kundalini Yoga

Kundalini Yoga hat einen spirituellen Bezug. Schnell ausgeführte Körperübungen, intensive Atemübungen und das Singen von Mantras sind Markenzeichen des Kundalini Yoga nach Yogi Bhajan. Auch Ernährungslehre und Lebensführung werden in den Unterricht miteinbezogen. Ziel ist, die Kraft der Kundalini Energie, welche im untersten Chakra an der Basis unserer Wirbelsäule ruht, zu wecken. Solche Übungsreihen werden Kriyas genannt. Dabei wirst du an deine Grenzen kommen – und darüber hinaus.

Luna Yoga

Tänze, Traumreisen, Trance Sessions und das Wissen um Mondzyklen in Kombination mit Bewegungen des Beckens, die sich positiv auf die Menstruationszyklen auswirken. Das sind die wesentlichen Merkmale von Luna (dt. Mond) Yoga.

Vini Yoga

Dieses Wort setzt sich aus den beiden Silben “Vi” (dt. besonders”) und “Ni” (dt. Verwendung) zusammen. Vini Yoga verbindet Techniken des Hatha Yogas mit der Philosophie Patanjalis. Oft wird dieser Yoga Stil in Form von Einzelunterricht gelehrt und stark an den Bedürfnissen der Übenden ausgerichtet.

Hormon Yoga

Beim Hormon Yoga werden Hatha Yoga, Kundalini Yoga und tibetische Energieübungen kombiniert, um den Hormonspiegel auszugleichen. Mit dynamischen Übungen werden so gezielt Eierstöcke, Schilddrüse und Nebennieren stimuliert. Optimal für Frauen mit Wechselbeschwerden.

Tri Yoga

TriYoga ist eine harmonische Kombination gehaltener und dynamischer Asanas, Pranayama und Mudras. Im Tri Yoga gibt es sieben Levels mit unterschiedlichen Herausforderungen.

Integrales Yoga

Integrales Yoga legt Wert auf Meditation und Selbsterfahrung. Die exakte Ausführung steht hier nicht im Vordergrund. Vielmehr spielt die geistige Orientierung eine Rolle.

Kriya Yoga

Diese sehr alte Form des Yogas wird auch “Yoga der Tat“ genannt. Dabei handelt es sich um einen eher geistig orientierter Übungsweg mit Schwerpunkt auf Meditation.

Sivananda Yoga

Die Lehre des Sivananda Yoga kann in folgenden Satz zusammengefasst werden: Diene, liebe, gebe, reinige, meditiere und verwirkliche. Neben 50 festgelegten Asanas, geht es um eine gute Ernährung, Tiefenentspannung und Meditation. Swami Vishnu Devananda (1927 – 1993) etablierte diese Yogarichtung im Westen.

Vinyasa Flow

Bei Vinyasa Flow werden einzelnen Asanas nur kurz gehalten und fließend ineinander geübt. Dabei spielt der Atem eine zentrale Rolle.

Yoga Vidya

Yoga Vidya bedeutet „Wissenschaft des Yoga“, wobei integrales Yoga in der Tradition von Swami Sivananda gelehrt wird. Asanas, Pranayama und Tiefenentspannung stehen an der Tagesordnung.

Um den richtigen Yoga Stil zu finden, lohnt es sich mehrere Stile auszuprobieren. Besuche am Besten mehrere Yogastudios in deiner Nähe und komme etwas früher zu der Stunde um mit dem Yoga Lehrer einige Worte zu wechseln. Und dann ab auf die Matte…. Wie man merkt welcher Yoga-Stil für einen richtig ist? Ganz einfach: Du fühlst dich glücklich, ausgeglichen und rundum wohl.

3 Kommentare

Antworten
  1. Danke für die wertvolle Zusammenfassung. Jedoch möchte ich zum Jnana-Yoga etwas anmerken. Hier geht es überhaupt nicht um Anstrengung. Es geht darum zu erkennen, dass ich nicht die Person bin, sondern das Unmanifestierte, das Allumfassende. Wie Sie richtig schreiben geht es um die Verwirklichung der höchsten Erkenntnis. „Erreicht“ wird dies durch Selbstergründung (die Frage „wer bin ich?“) und es gab einen sehr berühmten indischen Yogi Sri Ramana Maharshi, der in Tamil Nadu am Arunachala lebte. Sehr förderlich beim Jnana-Yoga (oder auch Yoga der Stille) ist es, in der körperlichen Nähe zu sein von jemandem, der diese Selbsterkenntnis für sich verwirklicht hat. Dies wird auch Satsang genannt. Und das ist nicht anstrengend, sondern gelebte Leichtigkeit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *