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Besser sehen: Mit Augenyoga die Sehkraft stärken

9 Übungen zum Augentraining inkl. Tratak Augenmeditation

Die Welt mit anderen Augen sehen: Hast du gewusst, dass schlechte Sehkraft kein unausweichliches Schicksal ist? Du darfst jetzt ruhig mit deinen Augen rollen. Denn mit Augenyoga, richtiger Ernährung und regelmäßiger Entspannung im Alltag kann man tatsächlich die Sehschärfe selbst regulieren oder sogar wieder ganz herstellen. Dieser Beitrag wird deinen Blickwinkel verändern!

Vorab: Selbstverständlich sollten wir bei Augenproblemen den Augenarzt aufsuchen. Gleichzeitig können wir aber mit Augentraining Verantwortung für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden übernehmen. Im Idealfall ist unser Augenarzt und Optiker über die Möglichkeiten des Augentrainings informiert. Obwohl die richtige Brille wesentlich ist, kann die Sehkraft mit der Zeit abnehmen. Denn das Gehirn gewöhnt sich an die Brille und stellt eigene Bemühungen ein, die Sehschärfe zu regulieren. Du kannst daher deinen Optiker bitten, dir Sehhilfen anzufertigen, die 0,25 Dioptrin (keinesfalls mehr!) schwächer sind als die diagnostizierte Sehschwäche. Somit lässt du deinem Gehirn etwas Spielraum, sich anzupassen.

Gestresste Augen sehen schlecht

Etwa 25% unserer Gesamtenergie benötigen wir für das Sehen. Mit müden Augen sind wir weniger leistungsfähig und verspannen unseren Körper, insbesondere die Nackenmuskulatur.

Nicht nur Brillenträgern tut Augenyoga daher gut. Wer viel vor dem Bildschirm sitzt oder viel liest, sollte seinen Blick öfter mal in die Ferne schweifen lassen und ein paar Augenübungen in den Alltag einbauen. Gönne deinen Augen zwischendurch immer wieder eine Entspannungspause. So verändert sich automatisch der Blickwinkel deiner Augen und ein Entspannungsreflex für den ganzen Körper setzt ein.

Was ist Augenyoga?

Augenyoga ist eine Kombination von Augenübungen, Asanas (z.B. Sarvangasana), Pranayama (z.B. Nadi-Shodhana) sowie Yoga Nidra mit Sankalpa. Weitere Praktiken wie Tratak (eine reinigende Augenübung, die wir am Ende des Beitrags zeigen) oder vegetarische Ernährung ergänzen und beschleunigen den Prozess.

Wirkung von Augenyoga

  • Je nach Augenleiden kann Yoga für die Augen die Sehkraft stärken oder sogar wieder ganz herstellen, auch Kopfweh wird dadurch vorgebeugt.
  • Augen und Nacken stehen, wie alle Systeme in unserem Körper, in einer engen Verbindung. Durch die Augenübungen wird die Nackenmuskulatur gelockert und der Schultergürtel entspannt.
  • Ausserdem beeinflusst du über Augenyoga dein ganzes Nervensystem, dein Erholungsprogramm wird eingeschaltet, der Puls langsamer sowie die linke und rechte Gehirnhälfte ausgeglichen.
  • Mit Augenyoga-Übungen wird der Nervus Vagus stimuliert, der Hauptnerv für den Parasympathikus und eine wichtige Kommunikationszentrale im Körper. Er ist unzählig verästelt und gilt als wichtigstes Bindeglied zwischen Geist und Körper. So aktivieren die Augenübungen über den Vagus Nerv auch unser Glücksempfinden.

9 Augenübungen für bessere Sehkraft

Hier eine Auswahl an Augen­übungen. Integriere diese in deinen Tagesablauf und übe zumindest einmal morgens und einmal abends. Bei Kurz- und Weitsichtigkeit ist so eine Sehverbesserung von 0,25 Dioptrin alle 3 bis 4 Monate zu erwarten. Das ist dann auch der zeitliche Abstand, in dem die Augenhilfen nach unten korrigiert werden können.

Achtung: Bei allen Augenübungen die Sehhilfen ablegen! Zwischen den Übungen gerne ein paar mal blinzeln und die Augen schließen. Die Augen dürfen sich auf keinen Fall angestrengt anfühlen! 

  1. Palmieren: Reibe deine Hände und erzeuge Wärme in deinen Handflächen. Bewege deine Handflächen fester und schneller. Spürst du ein Kribbeln? Nimm noch mal einen tiefen Atemzug und verschließe mit den Handtellern deine Augen. Gib die Wärme an deine Augen ab, entspanne bewusst die Augenmuskeln indem du die Augäpfel etwas nach unten und hinten sinken lässt. Wenn alles ganz schwarz ist, kannst du dich für ein paar Minuten nur darauf konzentrieren und bewusst zu deinen Augen hinatmen.
  2. Augen bewegen den Kopf: Öffne deine Augen, schau weit nach links. Noch weiter ;). Erst dann drehe deinen Kopf nach links zu deiner linken Schulter. Dort blicke weit nach rechts – so weit es geht. Danach drehe deinen Kopf nach rechts zu deiner rechten Schulter. Dort drehe deine Augen wieder weit nach links und beginne deinen Kopf wieder zu drehen. Mach das auf jeder Seite sechs Mal. Das gleiche Schema kannst du nach oben und unten üben.
  3. Augen bewegen – ohne Kopf: Schau so weit wie möglich nach rechts, danach zur Nasenwurzel hin, so weit wie möglich nach links, zur Nasenwurzel hin und dann wieder nach links. Insgesamt zehn Mal nach rechts und links wiederholen, danach nach oben und unten sowie in die Diagonale. Der Kopf bleibt bei diesen Übungen bewegungslos geradeaus gerichtet.
  4. Nah und Fern: Richte deinen Blick zur Nasenspitze, halte dies für einige Sekunden, danach Blick zum Daumen deines ausgestreckten Arms, danach in die Ferne schweifen lassen und wieder zurück. Wechsle im Atemrhythmus zwischen diesen drei Bezugspunkten.
  5. Auto Fokus mit Anjali Mudra: Nimm deine Hände in Anjali Mudra, der Gebetshaltung. Fokussiere deine Hände in einem möglichst kurzem Abstand vor den Augen. Bewege die Hände dann langsam auseinander, um den Blick auf den Horizont zu richten. Übe dies zehn Mal in deinem Atemfluss.
  6. Aktion (Un-)Scharf: Strecke deinen rechten Arm aus, mache eine Faust und strecke nur den Daumen nach oben. Fokussiere deinen Daumennagel und lass diesen abwechselnd verschwimmen und scharf werden.
  7. Augenuhr: Schließe deine Augen und stelle dir dabei eine Uhr vor. Ausgehend von 12 Uhr wandert dein Blick jetzt Stunde für Stunde nach rechts und nach unten zu 6 Uhr. Anschließend nach links und nach oben zurück. Vier bis fünf Mal in jede Richtung.
  8. Gönn dir abschließend eine kleine Augenmassage. Streiche und klopfe die Muskeln um die Augenpartie. Reibe gerne noch mal deine Handflächen und übe Palming. Dabei kannst du auch mit deinen Handballen sanft die geschlossenen Augenlider massieren.
  9. Entspanne einige Minuten in Savasana und genieße eine angeleitete Meditation mit Yoga Nidra.

Weitere Augenübungen findest du bei zeitblueten.com.

Tratak – Lichtmeditation: Blick in die Kerzenflamme

Die Augen stehen im Ayurveda in Verbindung mit dem Element Feuer. Daher können die Augen durch die Lichtmeditation besonders gut auftanken und in ihrem Element gestärkt werden.

Wirkung: Tratak ist eine reinigende Konzentrationsübung und wird im Ayurveda auch zur Stärkung der Sehkraft genutzt. Du benötigst hierzu eine angezündete Kerze, die du auf Augenhöhe und in einem Abstand von ca. 30 cm platzierst.

Dauer circa zehn bis 15 Minuten.

  • Ausgangshaltung ist ein bequemer Meditationssitz. Nimm noch einmal bewusst wahr, was du gerade siehst.
  • Richte dann deine Aufmerksamkeit auf die Kerze vor dir. Fixiere deinen Blick auf die Flamme, ohne dich jedoch zu verkrampfen oder deine Augen zu überanstrengen. Sollte dein Blick abschweifen, lenke ihn immer wieder auf die Kerze zurück. Atme ruhig ein und aus. Spüre, wie mit der Flamme, Licht, Energie und Positivität in dich hineinströmt.
  • Schließe nach einigen Minuten deine Augen und entspanne deine Augäpfel.
  • Öffne die Augen wieder und versuche die Augen entspannt für einige Minuten auf die Flamme zu richten, ohne zu blinzeln. Es ist gut für die Augen, wenn sie dabei feucht werden oder Tränen kommen. Bleibe entspannt. Wenn die Augen jedoch anfangen zu brennen, oder es irgendwie unangenehm wird, schließe die Augen.
  • Wenn du nach einiger Zeit die Augen schließt, beobachte, was du jetzt vor deinem geistigen Auge siehst. Vielleicht nimmst du ein Nachbild der Flamme wahr, vielleicht verschiedene Farben und Formen, vielleicht Dunkelheit. Vielleicht spürst du auch einfach nur eine sanfte Energie zwischen deinen Augenbrauen. Alles ist willkommen. Wiederhole dies so oft es dir gut tut.

Tratak reinigt nicht nur die Augen sondern beruhigt auch den Geist. Die Meditation fördert deine Konzentration, schafft Klarheit im Kopf und kann Spannungen lösen. Besonders das Feuer unterstützt diese Wirkung. Feuer hat eine stärkende und reinigende Eigenschaft. Bildlich gesprochen kann Feuer Blockaden und unnötige Gedanken und Emotionen verbrennen.

Ich hoffe deine Augen beginnen nach diesem Artikel zu Leuchten und du siehst wieder scharf! Berichte in den Kommentaren gerne von deinen Erfahrungen.

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