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Mudras: Die Kraft der Handgesten

Die Vorteile von Mudras liegen auf der Hand: egal ob im Wartezimmer beim Arzt oder im Bus. Man braucht weder eine Matte, noch viel Platz. Und auch Kranke können sie praktizieren. Mudras, oft als Herzstück der Hatha Yoga Praxis bezeichnet, sind bestimmte Finger,- Augen- oder Körperhaltungen, die einen symbolischen Charakter haben. Sie vertiefen die Erfahrung von Meditation und verbinden uns mit den Energiekanälen im Körper. Wirkungsweisen, die man sich unter anderem in fernöstlichen Kampfmethoden zunutze macht. Aber auch in religiösen Handlungen, im Tanz und in der Kunst findet man Beispiele. So sind zum Gebet gefaltene Hände genauso eine Mudra-Haltung, wie wenn man „jemanden den Daumen drückt“.

Übersetzt aus dem Sanskrit, der heiligen Sprache der Hindus, bedeutet Mudra „Das, was Freude bringt“. Symbolisch gesehen stellen diese Handgesten oder Körperhaltungen bestimmte Bewusstseinszustände dar. Umgekehrt sollen Mudras aber auch zu diesen führen. Wie das funktioniert? Bekanntlich enden an den Spitzen der Finger tausende Nervenbahnen. Diese sind mit dem Nervensystem und Organen verbunden und nehmen einen besonders großen Bereich im Gehirn ein. Durch das Berühren der Fingerspitzen wird die Gehirntätigkeit trainiert und aktiviert.

Wie übt man Mudras?

Wichtig ist, die Mudras immer mit einer bestimmten inneren Ausrichtung zu üben. Bevor man mit der Übung beginnt, sollte man sich kurz einstimmen, indem man die Finger massiert. Mudras können mehrmals am Tag gehalten werden. Von wenigen Minuten bis zu einer halben Stunde. Der Druck sollte nicht zu stark sein. Hilfreich ist die Vorstellung, dass die Finger wie Magneten aneinander haften. Wichtig ist auch der Atem. Zu Beginn atmet man bewusst ein, hält dann den Atem für ca. 2 Sekunden und atmet aus. Vor dem Einatmen wieder eine Pause einlegen. Diese Atempause vermehrt den Sauerstoff im Blut.

Mudras können in vier Gruppen unterteilt werden:

  1. Kaya Mudra: Kaya bedeutet Körper. Hier werden die Mudras mit dem ganzen Körper ausgeführt. Äußerlich sind diese Übungen den Asanas sehr ähnlich. Sie unterscheiden sich aber in der Wirkung und Ausführung.
  2. Hasta Mudra (Finger Mudras): Finger-Mudras werden bereits in den uralten Ritualtexten des Hinduismus erwähnt. Bei dieser Gruppe werden die einzelnen Finger in Stellungen gebracht, um bestimmte Energiekreise zu schließen.
  3. Mana Mudra: Dabei werden u.a. die Stellung der Augen und Zunge verändert.
  4. Adhara Mudra: Diese Mudras beziehen muskuläre Kontraktionen im Beckenbereich ein.

Jnana Mudra & Chin Mudra (Hasta Mudras) für die Meditation

  • Jnana Mudra

    Komme in eine aufrechte Sitzhaltung deiner Wahl. Lassen deine Hände locker auf den Oberschenkeln ruhen.

  • Lege die Fingerkuppen von Zeigefinger und Daumen beider Hände aneinander, so dass sie einen Kreis bilden.
  • Strecke die anderen drei Finger aus und halte sie dicht aneinander.
  • Drehe nun die Handfläche nach oben (Chin Mudra) oder nach unten (Jnana Mudra). Lege die Hände dabei am Oberschenkel ab.

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