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Haarausfall – 5 entzauberte Glatzenmythen

Der tägliche Blick in den Spiegel ist gnadenlos, die Kommentare von Freunden leider auch – wenn es um ihr Haar geht, verstehen Männer keinen Spaß. Egal ob Geheimratsrecken oder Hinterkopftonsur, Haarausfall nagt am Selbstbewusstsein. Da wird schon mal gerne jeder noch so seltsame Tipp befolgt – vom Shampoowechsel über die seltenere Haarwäsche bis hin zum Verzicht auf Kopfbedeckungen, die angeblich die Glatzenbildung fördern. Grund genug, mit den Mythen rund um Haarausfall endlich aufzuräumen.

Hard Facts über Haarausfall

Die harten Fakten sprechen eine klare Sprache: Haarausfall bei Männern ist hormonell bedingt. Und damit vererbbar und kaum wegzukriegen. Bei Männern sind die sogenannten Androgene (Sexualhormone) deutlich in der Überzahl. Und die fördern zwar das Wachstum des Körperhaars, hemmen aber ungünstigerweise das Kopfhaar. Bei weiblichen Sexualhormonen (Östrogen) ist das übrigens genau umgekehrt.

Das Haupthaar beginnt sich häufig zwischen 20 und 30 Jahren zu lichten, indem sich die Wachstumsphase der Haare verkürzt und sie dadurch ausfallen. Jeder dritte Mann ist davon betroffen, ab einem Alter von 50 Jahren sogar jeder zweite Mann.

Entzaubert: 5 Glatzenmythen

Meist werden die ersten kahlen Stellen an den Schläfen sichtbar, das Haar im Laufe der Zeit merkbar dünner. Nach ein paar Jahren bleibt im schlimmsten Fall nur ein Haarkranz übrig – die Oberseite des Kopfes ist kahl. Damit es soweit gar nicht erst kommt, werden vielerlei Tipps berücksichtigt. Manche gut, viele davon aber komplett falsch.

Auf folgende Tipps können deine Haare gerne verzichten:

  1. Kopfbedeckungen begünstigen Haarausfall: Dieses Märchen hält sich zwar hartnäckig, ist aber schlichtweg falsch. Egal ob Haube, Hut oder Radhelm – Kopfbedeckungen sorgen nicht für Glatzen. Schließlich sind Haare keine Pflanzen und brauchen deswegen auch kein Licht um zu wachsen. Solange der Kopfschmuck nicht zu eng sitzt (die Haare brechen sonst) gibt es keine Probleme.
  2. Waschen begünstigt Glatzenbildung: Gepflegtes Haar benötigt regelmäßige Pflege, wozu auch das Waschen gehört. Im schlimmsten Fall trocknet die Haarwäsche die Kopfhaut aus und fördert so die Schuppenbildung. Haarausfall konnte dadurch aber bisher nicht nachgewiesen werden – mildes Shampoo vorausgesetzt.
  3. Männer mit Glatze sind potent: Wer die Ursache für Glatzenbildung kennt, könnte meinen, Männer mit Glatze sind besonders potent. Richtig ist: Männer mit Glatze haben tendenziell mehr Testosteron im Blut. Aber bekanntlich ist das Sexualhormon nicht alleine für die Potenz eines Mannes verantwortlich.
  4. Kämmen sorgt für Haarausfall: Besonders Männer mit längeren Haaren, sollten diese auch kämmen. Die Haare die anschließend in der Bürste zu finden sind, wären ohnehin bald ausgefallen. Wir verlieren pro Tag etwa 100 Haare, weil diese nach 3-5 Jahren Lebensdauer absterben. Die Haarbürste hat darauf keinen Einfluss.
  5. Haarausfall kann nicht behandelt werden: Hormonell bedingter Haarausfall ist bei manchen Männern stärker ausgeprägt als bei anderen. Das heißt aber nicht, dass man sein Schicksal so ohne weiteres akzeptieren muss. Die Wissenschaft macht große Fortschritte bei der Behandlung und bietet eine breite Palette an Möglichkeiten zur Verlangsamung oder Stoppung des Haarausfalls.

Wer zur Glatze neigt, sollte sich über mögliche Lösungen informieren. In diesem Bereich gibt es ebenfalls eine Vielzahl von Fehlinformationen bezüglich Wunderprodukten. Die Wahrheit ist, dass es gegen Haarausfall nur zwei wirksame Lösungen gibt. Einerseits gäbe es die Variante einer Haarverpflanzung. Wer einen derartigen Eingriff vermeiden möchte, kann das Problem auch medikamentös behandeln. Propecia etwa (Achtung: verschreibungspflichtig), dient der Behandlung von Haarausfall in einem frühen Stadium. Generell bietet eine frühe Behandlung die besten Aussichten – Haare die einmal verloren sind, können nur sehr schwer wieder zum Sprießen gebracht werden.

Bildnachweis: bigstockphoto.de

5 Kommentare

Antworten
  1. Denke auch, dass diese ganzen komischen Wundermittel Regaine etc. nur begrenzt helfen. Am Ende ist eigentlich nur ein Haartransplantation richtig effektiv. Oder man gewöhnt sich an eine Glatze, sieht bei vielen Leuten super aus..

    • Falls ich darauf vielleicht antworten darf.

      Regaine ist kein Wundermittel, sondern wurde in Studien getestet und für erfolgreich befunden. Leider betrifft das aber nicht jede Art des Haarausfalls und auch nicht jeder Mensch ist gleich, wozu es nur bei 70-80% der Menschen funktioniert.

      Es gibt aber auch ein paar nette Hausmittel, wie Kieselerde oder Arganöl, mit denen man bei manchen Menschen Erfolge feiern konnte. Einfach mal etwas recherchieren 🙂

  2. Sehr interessanter Artikel. Hab mir deinen Blog in meinen Favoriten abgespeichert und bin sicher hier ein Stammgast. Hoffe du veröffentlichst in regelmäßigen Abständen solche Artikel dann hast du eine Stammleserin gewonnen 🙂

  3. Ein sehr interessanter Artikel. Meine einzige Kritik liegt im letzten Satz, „Haare die einmal verloren sind, können nur sehr schwer wieder zum Sprießen gebracht werden.“

    Leider ist es nämlich so, wenn die Haarwurzeln erst einmal abgestorben sind. Dann gibt es keine medikamentöse oder chirurgische Möglichkeit etwas dagegen zu tun. Die einzige kosmetische Lösung wäre hier Haarersatz oder eine Glatze zu rasieren.
    Je nachdem welcher Typ man ist, kann das eine oder andere die bessere Lösung sein.
    Grüße!

  4. Interessanter Beitrag! Stimme vollkommen zu. Wunder-Produkte aus der Werbung werden nicht den erwünschten Erfolg bringen. Anhängig von der Ursache des Haarausfalls kann nur mit Medikamente behandelt oder kosmetisch nachgeholfen werden. Mut macht aber, dass Haarausfall nicht immer irreversibel ist. Häufig kann man dagegen etwas tun und ihn sogar „umkehren“.

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