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Harninkontinenz – das heimliche Leiden

Über die unangenehmen Dinge im Leben wird ungern gesprochen. Speziell, wenn man körperliche Bedürfnisse aus Krankheits- oder Altersgründen nicht mehr zurückhalten kann. Dabei ist man gerade bei Harninkontinenz alles andere als alleine. Mit dem im Volksmund als ‚Blasenschwäche‘ bezeichneten Leiden kämpfen in Österreich 150.000 Menschen. Und mit den richtigen Therapiemethoden kann tatsächlich geholfen werden.

Formen der Harninkontinenz

Diese Form der Inkontinenz liegt vor, wenn unkontrolliert ein Tropfen Harn abgegeben wird. Stress, Schäden der Muskulatur oder einfach nur ein herzhaftes Lachen können für eine spontane Entleerung der Blase sorgen.

Je nach Altersabschnitt treten verschiedene Formen der Harninkontinenz unterschiedlich häufig auf. Von Belastungsinkontinenz spricht man, wenn Harnverlust durch einen plötzlichen Druckanstieg im Bauch (ausgelöst durch Treppensteigen, Niesen oder schweres Heben) auftritt. Zumeist tritt diese Form der Inkontinenz dann auf, wenn Beckenboden oder Blasenschließmuskel geschwächt sind. Die Dranginkontinenz ist gekennzeichnet durch plötzlichen starken Harndrang mit ernüchterndem Ergebnis: Häufig kann die Toilette nicht mehr rechtzeitig erreicht werden. Psychische Faktoren können hierfür genauso verantwortlich sein, wie Krankheiten im Bereich der Harnblase. Als dritte wesentliche Form wird die Überlaufinkontinenz unterschieden. Speziell ältere Menschen leiden darunter, ihre volle Blase nicht selbst entleeren zu können, was zu unkontrolliertem Harnabgang führt.

Ärztliche Diagnostik

Erstmal gilt es festzuhalten: Ohne Weg zum Arzt ist überhaupt keine ärztliche Diagnose möglich. Werden Beschwerden bemerkt, ist abwarten kontraproduktiv. Im Rahmen einer Basisdiagnose wird der Patient angehalten ein Tagebuch zu führen, wo die Häufigkeit der Toilettengänge und etwaige Probleme vermerkt werden. Zusätzlich werden Unterleib und Harn untersucht. Per Ultraschall wird kontrolliert, inwieweit die Blase beim Harngang vollständig entleert wird.

Drei wirksame Methoden zur Behandlung und Linderung

Abhängig von der Art der Blasenschwäche gibt es wirksamke Therapiemöglichkeiten, die die individuelle Lebensqualität immens steigern können.

  • Sowohl für Inkontinenz bei Männern als auch bei Frauen gibt es spezielle Einlagen für die Unterwäsche. Dadurch wird zwar die Blasenschwäche nicht gemindert, aber die Lebensqualität spürbar erhöht.
  • Bei Belastungsinkontinenz ist das gezielte Beckenbodentraining eine wirksame Methode. Um das Training zu lernen, ist eine Physiotherapie erforderlich. Auch Sattelsport wie Reiten oder Fahrrad fahren stärken die Beckenbodenmuskulatur.
  • Entspannung! Oftmals ist Stress eine Ursache für Harninkontinenz. Atemübungen, Meditation oder Yoga können helfen, das Leiden in den Griff zu bekommen.

Bildnachweis: bigstockphoto.de

2 Kommentare

Antworten
  1. Inkontinenz ist wirklich ein sehr leidiges Thema für die Betroffenen. Es ist keine Krankheit, über die man öffentlich nicht so reden kann wie über Rückenschmerzen oder eine Erkältung. Mein Vater leidet seit Jahren daran und ich merke, wie unangenehm das für ihn ist. Damit ihm seine Lebensqualität aber nicht gänzlich genommen wird, haben wir ihm zuverlässige Unterwäsche von inkontinenz-windel-shop.de bestellt, mit denen er sich sicher und geschützt fühlt. Ich finde es gut, dass es so viele Produkte gibt, die speziell für dieses Leiden hergestellt werden.

    Viele Grüße,
    Maik

  2. Harn- und Stuhlinkontinenz gehören zweifelsohne zu den Erkrankungen, über die am wenigsten geredet wird. Gerade dieses Schweigen ist aber sehr kontraproduktiv. Die meisten Formen von Harn- und Stuhlinkontinenz sind sehr gut behandelbar. Bei einigen Ausprägungen von Inkontinenz liegt die Genesungsquote sogar über 90 Prozent. Bevor eine Therapie greifen kann, muss aber eine zuverlässige Diagnose vorliegen, welche vom Facharzt gestellt werden muss. Der hier vorliegende Artikel beschreibt sehr schön, dass eigene Übungen wie Beckenbodentraining und Atemübungen helfen können, ein besseres Bewusstsein für den eigenen Körper zu entwickeln. Eine weitere sinnvolle Behandlungsmöglichkeit ist aus meiner Sicht Biofeedback. Völlig nebenwirkungsfrei können damit die Ursachen einer Inkontinenz nachaltig therapiert werden.

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