Share, , Google Plus, Pinterest,

Veröffentlicht in:

Honig, Stevia oder Kokoszucker? Natürlicher Zuckerersatz als Alternative

Zucker ist ungesund. Er macht dick, sorgt für Karies und ist für allerlei Zivilisationskrankheiten verantwortlich. Dem wird kaum jemand widersprechen, auch wenn es nur die halbe Wahrheit ist. Schließlich macht beim Zucker die Menge das Gift. Der Lebensmittelindustrie ist das herzlich egal – von Süßigkeiten für Kinder (wo die Verwendung von Zucker ja noch auf der Hand liegt) bis hin zu Brot oder Senf (wo man Zucker nicht vermuten würde) ist die süße Versuchung überall zu finden. Aber es gibt natürliche Alternativen wie Honig, Stevia oder Birkenzucker. Wir zeigen anhand von fünf natürlichen Zucker-Alternativen, was Zuckerersatz taugt.

Die Geschichte von Zucker

„Es war einmal…“ – so beginnt wohl die Geschichte von Zucker, oder besser Zuckerrohr. Dessen ursprüngliches Vorkommen lag vor 10.000 Jahren im Südpazifik. Zu Beginn nur sparsam als Gewürz und Heilmittel verwendet, machte die Pflanze nach und nach in der ganzen Welt Karriere. 600 nach Christus entwickelten Perser die heute noch bekannte Methode der Zuckergewinnung: Sie erhitzten den Saft von Zuckerrohr und füllten ihn in einen kegelförmigen Becher mit einem Loch an der Unterseite. Durch dieses Loch floss Sirup ab, während im Gefäß der Zucker kristallisierte.

Zucker aus chemischer Sicht

Zucker (Summenformel: C12H22O11) gehört zur Gruppe der Saccharide bzw. Kohlenhydrate. Wenn wir von Zucker sprechen ist meist Rohrzucker gemeint, der zu den Disacchariden (Zweifachzucker) zählt. Pro Gramm hat diese Zuckerart einen physiologischen Brennwert von 4,0 kcal.

Unser Körper findet Zucker nicht nur aufgrund der Süße toll, sondern auch aufgrund seiner leistungssteigernden und glücklich machenden Eigenschaften. Zucker muss über die Verdauung nicht umgewandelt werden und erhöht rasch – aber leider nur kurzfristig – den Blutzuckerspiegel. Das regt die Ausschüttung von Insulin an. Dadurch kann das Gehirn Tryptophan besser aufnehmen und in Serotonin umwandeln. Et voila: Zucker macht glücklich. Leider hält dieser Effekt nicht lange und und der Körper verlangt nach mehr.

Die Frage „Ab wann ist Zucker ungesund“ beantworten Ernährungswissenschaftler übrigens – je nach Körpergewicht – mit 100 Gramm oder weniger. Das ist jene Menge, aber der Zähne kaputt gehen und eine Gewichtszunahme wahrscheinlich ist. 100ml Cola enthalten übrigens um die 10g Zucker.

Die besten natürlichen Alternativen zu Zucker

Seit den 1960er Jahren steigen sowohl Zuckerkonsum als auch das Bewusstsein um seine „Nebenwirkungen“. Die Suche nach möglichst natürlicher, kalorienarmer Süßkraft die die Gesundheit nicht schädigt, fördert einige interessante Alternativen zutage:

Honig

Honig ist ein von Bienen erzeugtes Naturprodukt mit hoher Süßkraft. Genau wie Zucker besteht Honig aber auch aus Glucose und Fructose. Allerdings ist das Verhältnis etwas anders (in Honig ist mehr Fructose enthalten). Dadurch benötigt man zum Süßen weniger Honig, um das gleiche Ergebnis wie bei Zucker zu erhalten. Mit dem Vorteil einige Kalorien eingespart zu haben. Netter Honig-Nebeneffekt: Im Gegensatz zum klassischen Haushaltszucker enthält Honig auch wertvolle Vitamine und Mineralstoffe.

Stevia

Stevia war in der EU jahrelang nicht als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen. Seit der Einführung 2011 ist das aus der Stevia-Pflanze gewonnene Stoffgemisch auch in europäischen Nahrungsmitteln zu finden. Der Clou ist die angeblich 300-fache Süßkraft gegenüber traditionellem Zucker. Und das bei 0 Kalorien. Ein Traum für alle figurbewussten Genießer könnte man meinen. Allerdings ist die Gewinnung des Stoffgemisches chemisch aufwändig, der Nebengeschmack nicht ganz unerheblich und das Gerücht um eine krebsfördernde Wirkung nicht totzukriegen. Ein Tipp: Beim Saatguthändler des Vertrauens die Pflanze selbst ordern und die Blätter z.B. in Tee verwenden.

Kokoszucker

Der aktuelle Star unter den Zuckeralternativen heißt Kokoszucker. Wer an Diabetes oder Übergewicht leidet, profitiert vom niedrigen glykämischen Index der Zuckeralternative. Der glykämische Wert eines Lebensmittels gibt an, wie sehr es den Blutzuckerspiegel steigen lässt. Der Vorteil von Kokoszucker ist der kaum vorhandene Nebensgeschmack (schmeckt nicht nach Kokos), weswegen das Produkt ähnlich wie brauner Zucker verwendet werden kann. Beim Erwerb sollte auf einen nachhaltigen Anbau der Palmen geachtet werden, was natürlich auch den Preis für diese Zuckeralternative entsprechend in die Höhe treibt.

Birkenzucker

Schon einmal von Xylit gehört? Dabei handelt es sich um Birkenzucker, der usprünglich in Finnland aus den Fasern der Birkenrinde gewonnen wurde. Im Gegensatz zu herkömmlichem Zucker weist Birkenzucker eine anti-karogene Wirkung auf und hat einen um 40% geringeren Kaloriengehalt. Der Nebengeschmack ist gewöhnungsbedürftig, ansonsten ist Birkenzucker jedenfalls zu empfehlen.

Agavensirup

Bevor Kokoszucker zum Trend wurde, griff gerade die vegane Community verstärkt zu Agavendicksaft. Das Süßungsmittel wird, wie der Name schon sagt, aus Agave vorwiegend in Mexiko produziert und erinnert an Honig. Der Fructose-Anteil überwiegt bei diesem Produkt deutlich. Fructose hat aber den Nachteil, die Wirkung des Sättigungshormons Leptin im Gehirn zu unterdrücken, wodurch der Appetit angeregt wird. Mehr über potenzielle Nachteile von Agavendicksaft gibt es hier zu lesen.

Bildnachweis: bigstockphoto.de

3 Kommentare

Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.