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Au Backe! Wissenswertes über Weisheitszähne

Sechs von zehn Menschen gruselt es, wenn sie an eine Behandlung beim Zahnarzt denken. Als besonders schmerzhaft gilt dort die Entfernung der Weisheitszähne. Dabei ist das ein Schicksal, das erstens nicht allen Menschen blüht und zweitens nicht unbedingt als Horrorszenario enden muss. Die „Achter“ haben durchaus ihre Berechtigung – aber eben leider nicht in jedem Kiefer Platz. Also Zähne zusammenbeißen und erstmal ausreichend informieren!

Nicht jeder ist betroffen!

Für 20 Prozent der Leser dieses Artikels kann Entwarnung gegeben werden: Ihr habt gar keine Weisheitszähne. Glück gehabt also, denn bei jedem Fünften sind diese Zähne im Kiefer erst gar nicht angelegt. Zwischen null und vier Weisheitszähnen ist alles möglich, manche haben sogar noch mehr davon. Klar, dass da bei manchen das Platzangebot im Kiefer nicht ausreicht. Dann müssen die Zähne – professionell und nach ausreichender Voruntersuchung – entfernt werden. Und das idealerweise nicht im fortgeschrittenen Alter, sondern möglichst kurz nachdem die Beißerchen den Weg durch das Zahnfleisch gefunden haben. Das ist dann auch kein Grund, zum Dentalphobiker zu werden: Denn normalerweise sind bei jungen Menschen die Wurzeln dieser Zähne noch weniger stark ausgeprägt und damit die Entfernung wesentlich einfacher.

Zahnkunde für Anfänger: Was ist ein Weisheitszahn?

Die hintersten Backenzähne entwickeln sich im Vergleich zu den anderen Zähnen zuletzt und machen sich bisweilen erst ab der Pubertät am Röntgenbild bemerkbar. Durch dieses späte Wachstum erklärt sich auch der Name „Weisheitszähne“. Nachdem alle anderen Zähne zu diesem Zeitpunkt schon ihren fixen Platz im Kiefer haben, machen sich die Weisheitszähne mitunter auch schmerzhaft bemerkbar oder verschieben die Zahnreihen. In ihrer Funktion sind sie ganz normale Mahlzähne und machen auch grundsätzlich Sinn. Die pure Existenz dieser Zähne ist aber ein Relikt aus grauer Vorzeit – und eine große Zahl an Beißerchen wird heute aufgrund veränderter Ernährungsgewohnheiten eben nicht mehr so dringend benötigt. Daher auch die erwähnten Glückskinder, die schon heute evolutionsbedingt ganz ohne Weisheitszähne auskommen.

Au backe! Extraktion von Weisheitszähnen

Die gute Nachricht vorweg: Im Jahr 2014 ist das Ziehen von Zähnen ein Routineverfahren. Wenn der Zahnarzt des Vertrauens die gefürchteten Worte spricht, ist aber erstmal Vorinformation angesagt. Schließlich kann die Extraktion sowohl mit örtlicher Betäubung als auch unter Vollnarkose erfolgen. Je nach Lage der Zähne kann der Arzt dazu eine Auskunft erteilen. Im Zuge dieses Vorgesprächs kann auch geklärt werden, ob es Sinn macht, innerhalb eines Eingriffs einen oder mehrere Zähne zu entfernen (Achtung: Wer Nahrung zu sich nehmen möchte, freut sich, wenn eine Seite im Kiefer „gesund“ bleibt).

Das wahre Ausmaß der Operation bzw. die zu wählende Vorgangsweise wird allerdings manchmal erst während des Eingriffs sichtbar. Wenn die Wurzel des Zahnes verkrümmt ist oder Haken gebildet hat, ist es notwendig, den Zahn vorab mit einem Bohrer zu zerteilen. Geht die Wurzel tief und umschließt sie dabei den Nerv, ist eher eine Vollnarkose anzuraten.

Durch immer besser werdende Diagnostik im Vorfeld, ausreichende medikamentöse Begleitung und ordentliche Nachbehandlung, ist der Eingriff heute weitgehend frei von ernsthaften Komplikationen. Schwellungen im Anschluss an den Eingriff lassen sich zwar kaum vermeiden, klingen aber nach ein paar Tagen wieder ab. Antibiotika sind zur Vermeidung von Abszessen natürlich Pflicht.

Bildnachweis: sxc.hu

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