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Der Taping-Trend: Heilsame Klebestreifen?

Die Laufsaison ist eröffnet. Bei den tausenden jährlich stattfindenden Volksläufen sticht vor allem ein Trend ins Auge: bunte Pflaster, die sich die Menschen auf unterchiedlichste Körperregionen kleben, genannt Kinesio-Tapes. Sie sollen die Durchblutung und Heilung fördern, bleiben den wissenschaftlichen Wirksamkeitsbeweis aber (noch) schuldig.

Historie von Kinesio-Taping

Sumoringer und Tiere spielten bei der Erfindung von Kinesio-Taping eine wesentliche Rolle. Der Japaner Kenzo Kase, seines Zeichens Chiropraktiker, erfand die farbigen Pflasterstreifen. Sie sollten die obere Hautschicht anheben, um den Blutfluss in Schmerz-Regionen zu stimulieren. Nach Tests mit Sumoringern und Tieren (Dackeln und Flamingos) feierten die Tapes bei den Olympischen Spielen in Seoul 1988 ihren Durchbruch. Spätestens seit Mario Balotellis Torjubel bei der Europameisterschaft 2012 ist Taping Trend. Die internationale Taping-Vereinigung bietet übrigens weltweit Kurse für richtiges Kleben an.

Heilsame Wirkung?

Ob Rückenschmerzen, Muskelzerrungen oder Bänderdehnungen: Das Heilsversprechen der Kinesio-Tapes ist vielseitig. Dadurch ist das Taping nicht nur im Spitzensport sondern auch in den Physiotherapie-Praxen angekommen. Die vielmals positiven praktischen Erfahrungen mit den bunten Pflastern sprechen tatsächlich für die schmerzlindernde und stoffwechselanregende Wirkung. Durch Studien ist die Wirkung aber nicht ausreichend belegt, weil entweder zu wenig Patienten untersucht wurden oder der Aufbau der Studien mangelhaft war.

Wann hilft Taping?

Speziell Rückenschmerzen und Muskelprobleme (bis hin zum Muskelfaserriss) lassen sich mit Taping gut behandeln. Werden die Tapes korrekt angebracht lässt der Schmerz nach und Schonhaltungen werden vermieden. Die Anhebung der oberen Hautschicht regt Lymph- und Blutfluss an. Deswegen wird Taping auch vorbeugend – etwa bei den genannten Laufveranstaltungen oder im Spitzensport – angewendet. Gezieltes Taping der Waden kann beim Marathon z.B. Krämpfen vorbeugen. Idealerweise wird das Taping immer von einem ausgebildeten Spezialisten vorgenommen, die Bändchen (z.B. Gatapex Kinesio-Tapes) kann man aber auch im Web bestellen.

Die Farben der Kinesio-Tapes

Neben den Pflastern selbst, spielt auch deren Farbe eine Rolle in der Behandlung. Dabei wird auf Basis der Farbenlehre argumentiert, dass die Wellenlängen von Rot, Blau, Grün & Co unterschiedliche Wirkungen zur Folge haben:

  • Rot: wärmende Wirkung auf betroffenen Bereich, fördert die Durchblutung
  • Blau: kühlende, beruhigende Wirkung – Entspannung der Muskulatur wird unterstützt
  • Grün: unterstützt den Wiederaufbau geschädigter Muskelstrukturen und wirkt regenerativ
  • Gelb: wirkt positiv auf einen verletzten Bereich und ist entgiftungsfördernd
  • Schwarz: neutrale Farbe ohne spezielle Wirkung
  • Beige: symbolisiert Erde und wirkt ebenfalls neutral
  • Violett: dieser Farbe wird eine ausgleichende Wirkung nachgesagt

5 Kommentare

Antworten
  1. Ich habe mich immer gewundert, was die Tapes bewirken sollen. Wusste halt nur, dass es wohl die Atmung erleichtern sollte. Kenne auch nur die Tapes, die man sich auf die Nase geklebt hat.

    • hihi… aber ned die breiten bunten…. die nasenflügelichbekommdamitleichterluftanheberpickerl waren oder sind noch immer durchsichtig

  2. Viel unserer Kunden sind seh zufrieden mit den Resulaten, jedoch kann ich die Farbwahl nicht ganz nachvollziehen. Das Tape ist gut, die Farbe ist nur eine modische Wahl!

  3. Editieren
    Hallo,

    mein Taping-Versuch zeigte leider keine Wirkung. Ich hatte einen Fersensporn und las, dass man den Fersensporn auch durch Taping behandeln kann. Ich versuchte über mehrere Wochen, mit blauem Taping-Band das Problem in den Griff zu bekommen. Leider ohne Erfolg. Geholfen hat mir schließlich eine extra angefertigte Schuheinlage.

    Allerdings kann ich mir durchaus vorstellen, das Taping bei reinen Muskelproblemen durchaus hilfreich sein kann.

    Schöne Grüße
    Volker

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