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Thermalwasser: Heilung durch das „weiße Gold“

Schon die Römer wussten sich in Thermen hervorragend zu entspannen. Die Badehäuser sind damals wie heute ein Hort von Entspannung und Wohlbefinden. Ob Tagesausflug, kurzer Wellnesstrip am Wochenende oder Kuraufenthalt – die Beliebtheit von Thermen scheint ungebrochen. Aber wie unterscheidet sich Thermalwasser eigentlich von „normalem“ Wasser? Und warum schreibt man einer Thermalquelle heilende Wirkung zu?

Was ist eine Thermalquelle?

Wenn das Wasser einer Quelle signifikant heißer ist, als das Grundwasser, spricht man von einer Thermalquelle. Grundsätzlich muss die Wassertemperatur dabei mehr als 20 Grad Celsius betragen. Vulkanische Aktivitäten oder Störungssysteme die bis in große Tiefen reichen, beherben derartige Quellen recht häufig. Neben der Nutzung in Thermen, werden derartige hydrothermale Quellen auch zur Energieerzeugung genutzt. Island etwa deckt mit seinem Reichtum an geothermaler Energie mehr als 50 Prozent seines Energiebedarfs ab.

Gesundheitsfördernde Wirkung von Thermalwasser

Thermalwasser ist aufgrund seiner Zusammensetzung besonders heilsam. Je nach Standort sind mineralische Inhaltsstoffe wie Schwefel, Kohlensäure oder Radon enthalten. Diese werden über die Haut aufgenommen und entfalten so ihre Wirkung im Körper. Je nach Zusammensetzung reicht die Wirkung dabei von belebend bis entspannend. Die tendenziell hohe Wassertemperatur sorgt für Geborgenheit, löst aber auch Müdgkeit aus. Gesundheitsfördernd ist Thermalwasser auch bei der Rehabilitation und in der Physiotherapie. Durch den Auftrieb des Wassers ist eine Bewegungstherapie besonders effizient.

Das weiße Gold der steirischen Thermen

Je nach Standort sind Thermen für ihre unterschiedliche Heilwirkung bekannt. Das Wasser der Therme Loipersdorf etwa, ist besonders gegen Gelenks- und Wirbelsäulenerkrankungen geeignet. Eingebettet in das steirische Hügelland prägen die Thermen seit den 1970er Jahren die Region. Als ein Team 1972 nach Rohöl bohren wollte fand man zwar nicht das gesuchte „schwarze Gold“, stieß aber in 1.100 Meter Tiefe auf das 62 Grad Celsius heiße „weiße Gold“ Thermalwasser. Daraufhin gründete die steirische Landesregierung 1975 eine Gesellschaft zur Entwicklung des Heilbades in Loipersdorf und legte den Grundstein für eine erfolgreiche Geschichte. Nach dem Baubeginn 1978 konnte in Loipersdorf früh im Schaffelbad gebadet werden, das allerdings mit der heutigen Therme nicht mehr viel gemein hat. Mit dem Spatenstich für das erste Hotel ein Jahr später, war der Aufschwung des Thermentourismus in Loipersdorf kaum mehr zu bremsen. Nach einem sukzessiven Ausbau ist die Therme Loipersdorf heute 23.000 Quadratmeter groß. Mittlerweile umfasst die Thermenregion in der Steiermark 9 verschiedene Thermen und gilt damit als größte Thermenregion Österreichs.

Bildnachweis: bigstockphoto.de

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