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J – Josefskraut (Hyssopus officinalis) – der blaue Augenschmeichler [Gewürze ABC]

Das Josefskraut hat viele Namen. Bekannter unter dem Namen Ysop, wird es auch Eisenkraut, Ispen oder Essigkraut genannt. Ursprünglich aus Asien stammend, bewohnt es im europäischen Raum zumeist den Blumentopf am Balkon oder das Fensterbrett in der Küche. Josefskraut bzw. Ysop liebt die Sonne und einen neutralen bis kalkigen Boden. In Nordamerika kommt es daher auch wildwachsend vor.

Der Halbstrauch gehört zur Familie der Lippenblütler. Der vierkantige Stängel erinnert an Brennesseln und wird bis zu 60 cm hoch. Die bläulich-violetten oder weißen Blüten beglücken im Frühling das Auge. Während der Blütezeit wird auch die Ernte ausgeführt.

Einsatz und Geschmack

Charakteristisch ist ein herber, leicht bitterer und erfrischender Geschmack. Zum Würzen werden die jungen Triebspitzen oder die Blätter und Blüten (sanfter im Aroma) verwendet. Der intensive Minz-Geruch und der leicht bittere Geschmack machen das Kraut zum idealen Begleiter für Salate und Tees. Es soll auch bei der Verdauung fetter Speisenhelfen. Damit das Aroma der Pflanze beim Kochen oder Lagern nicht verloren geht empfiehlt es sich, das Kraut frisch zu den Speisen zu geben.

In der Kosmetik- und Parfümindustrie kommt Ysopöl zumEinsatz. Das ätherische Öl erhält man indem mittels Wasserdampfdestillation Blüten und Blätter erhitzt werden und der Dampf in einem Behälter aufgefangen wird. Aber Vorsicht, eine zu hohe Dosis kann Krämpfe auslösen. Daher immer Rücksprache mit einem Arzt halten, um die Dosis festzulegen.

Inhaltsstoffe und Wirkung

Wir haben es hier mit einem traditionellen Würz- und Heilkraut zu tun. An Mineralsalzen besitzt Ysop unter anderem einen eisengrünen Gerbstoff, Apfelsäure, Harze, Zucker und ein scharf gewürzhaft schmeckendes, flüchtiges Öl. Mit seinem Gehalt an Bitterstoffen erinnert es an Rosmarin oder Salbei.

Schon Hildegard von Bingen empfahl Josefskraut bei Krankheiten der Lunge und Leber. Als Gurgelwasser lindert es Halsentzündungen und Heiserkeit. Wegen seiner schnell wirkenden ätherischen Öle wird es auch zur Stärkung der Nerven eingesetzt. Darüber hinaus wirkt es appetitanregend, entzündungshemmend, leicht abführend, menstruationsfördernd und schweißhemmend.

Tipp

Einfach 2 Esslöffel des trockenen Krauts mit einem Liter heißem Wasser aufgießen und 15 Minuten ziehen lassen. Der Tee wirkt schleimlösend bei Erkrankungen der Atemwege.

Weitere Beiträge im Gewürze ABC:

Anis – der Magenschmeichler

Basilikum – ein royales Küchenkraut

Chili – der Scharfmacher

Dill – die Gurkenpflanze

Estragon – das Schlangenkraut

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Bildnachweis: www.bigstockphoto.de

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